22. – 24. Oktober 2026

In der Friedenskirche in Bern. Das Popup Kino mitten im Quartier lädt ein zum Hinschauen und Diskutieren.

Provisorische Filmauswahl: Film-Vorführrechte in Abklärung!

22.

Oktober

Hotel Silence

Léa Pool
CA/CH 2024, 101 Min.
Französisch (original) mit Untertitel D

Musik Komponist: Mario Batkovic


23.

Oktober

Nebelkinder

Corinne Kuenzli
CH 2017-2025, 100 Min., Doc,
Schweizerdeutsch

In Anwesenheit von Corinne Kuenzli und der Protagonistin Sabine Mackintosh


24.

Oktober

Ernest & Célestine – Die Reise ins Land der Musik

Julien Chheng, Jean-Christophe Roger
FR/LU 2022, 80 Min.,
Deutsch, Zeichentrickfilm

Familienfilm ab 6 Jahren


Impressionen

Programm & Zeit

Do, 22. Oktober

Hotel Silence

18:30Bar & CinéSchmaus
20:00Film
DanachBarbetrieb & Gespräche mit anderen Besucher:innen

Fr, 22. Oktober

Nebelkinder

18:30Bar & CinéSchmaus
20:00Film
DanachGespräch Filmemacherin und Barbetrieb

Sa, 23. oktober

Ernest & Célestine – Die Reise ins Land der Musik

Achtung, 1 Stunde früher

17:30Bar & CinéSchmaus
19:00Film

Gut zu Wissen

  • Adresse: Friedensstrasse 9 via Haupteingang oder direkt in die Kirche (Zugang siehe Situationsplan weiter unten)

  • Rollstuhlgängig: Das gesamte Kino-Erlebnis ist für Personen mit eingeschränkter Mobiliät begeh- und befahrbar.

  • Ticket: Filmbesuch auf Kollektenbasis.

Hauptsponsoren

Möchtest du dich als Sponsor oder als Volunteer an der aktuellen Ausgabe von CineSocial 2026 beteiligen?

Organisationsgruppe

Stephanie Raemy, Quartierbewohnerin; Stefan Rindlisbacher, Zeithistoriker und Filmenthusiast.
Suzanne Javet, Pädagogin und Kunsttherapeutin im Unruhestand; Franziska Uebelhart, Primarlehrerin, Studentin der Sozialen Arbeit und Fan von gelebter Nachbarschaft; Fabian Steiner, Filmschaffender, zudem Bewohner und Mitwirkender vom Stadtkloster Frieden; Paul Röthlisberger, Sozialwissenschafter, Müssiggänger, AHV-Bezüger; Bettina Schley, Migrantin deutscher Muttersprache, Quartierbewohnerin & Pfarrerin.

2025

6.

Novemberm 2025

La Ligne

Ursula Meier
2022 | 1 Std. 41 Min.
Französisch (dt. Untertitel)
FSK ab 12

Nachdem sie ihre Mutter gewaltsam angegriffen hat, muss sich die 35-jährige Margaret einer strengen einstweiligen Verfügung unterziehen, bis ihr Urteil gefällt wird. Für einen Zeitraum von drei Monaten hat sie kein Recht mehr, um Kontakt zu ihrer Mutter aufzunehmen oder sich dem Haus ihrer Familie auf weniger als 100 Meter zu nähern. Diese Distanz, die sie von ihrem Zuhause trennt, verstärkt nur ihren Wunsch, näher bei ihrer Familie zu sein.⭢ Trailer


Fridu

(Vorfilm)

Sarah Hugentobler, Stephan Hermann
CH 2023, | 7 Min.
dialekt

In Anwesenheit der Filmemachenden

Die Videokünstlerin Sarah Hugentobler und der Filmemacher Stephan Hermann gehen der Frage nach, wie Frieden im Hier und Jetzt gedeutet wird. Entstanden ist ein Kurzfilm.


7.

November 2025

Mutterland

Miriam Pucitta
2023 | 1 Std. 36 Min.
Deutsch

In Anwesenheit der Regisseurin, Q&A

Die Regisseurin Miriam Pucitta wuchs als Kind italienischer Gastarbeiter in der Schweiz der 1960er-Jahre auf. Als Kind wurde sie von ihrer Mutter an Unbekannte abgegeben, damit diese ihre Arbeit behalten konnte. Sie hat nur wenige Erinnerungen an diese Zeit, und ihre Verwandten meiden ihre Fragen zu beantworten. So begibt sie sich mit ihrer Tochter Giulia auf die Spurensuche in Deutschland, Italien und der Schweiz und gewinnt dabei neues Verständnis für die schweren Entscheidungen ihrer Eltern.⭢ Trailer


8.

November 2025

Die Eiche – Mein Zuhause

Laurent Charbonnier, Michel Seydoux
2022 | 1 Std. 20 Min.
ohne Sprache

Q&A mit Annetta Heumann von pro natura

Im Mittelpunkt der Dokumentation steht eine 210 Jahre alte Eiche, die vielen Lebewesen ein Zuhause schenkt. Atemberaubende Aufnahmen zeigen Eichhörnchen, Frösche, Insekten, Mäuse, Rehe, Eulen, Wildschweine und viele andere Tiere, in dessen Leben die altehrwürdige Eiche eine Rolle spielt. In ihrem Reich werden Kinder erzogen, Kämpfe ums Überleben und Nachbarschaftsstreitigkeiten ausgetragen sowie Liebesbeziehungen aufgebaut.⭢ Trailer


Hotel Silence

Léa Pool
CA/CH 2024, 101 Min.
Französisch (original) mit Untertitel D

Musik Komponist: Mario Batkovic

Video

Eine Ode an die Resilienz des Menschen. Die schweizerisch-kanadische Regisseurin Léa Pool hat mit «Hôtel Silence» ein wunderbares Melodrama geschaffen, in dem der Protagonist seine Heimat verlässt, mit der Absicht, nicht mehr zurückzukehren, dann aber, in einem Kriegsland angekommen, wieder neuen Sinn für sein Leben findet. Ein berührendes, allgemeingültiges Gleichnis über die Hoffnung nach der Verzweiflung.Jean (ein grossartiger Sébastien Richard), Mitte fünfzig, ist am seelischen Tiefpunkt angelangt und fasst den Plan, eine Reise ohne Rückfahrschein in ein vom Krieg verwüstetes europäisches Land zu machen, wo ihn niemand kennt und vom Vorhaben abbringt, seinem Leben ein Ende zu setzen. Beim Abschied von der Mutter (Louise Turcot) erklärt diese ihm, dass es, nur schon seit er lebe, mehr als 500 Kriege gegeben habe. Im Kriegsland angekommen, quartiert er sich in einem maroden Hotel ein und übernimmt, darum gebeten, kleinere Reparaturen. Der jungen Hotelmitbesitzerin Ana (Lorena Handschin) mit ihrem kriegstraumatisierten Sohn und ihrem Cousin Zoran (Jules Porier) fällt Jeans handwerkliches Geschick auf. Sie stellen ihn kurzerhand ein, um beim Wiederaufbau zu helfen. Allmählich hat es Jean nicht mehr so eilig mit dem Sterben. Angesichts der Widerstandskraft und der Hoffnung dieser kriegsversehrten Menschen schöpft auch er neuen Mut.Indem der Film von Léa Pool Parallelen zwischen den Narben eines Mannes und denen eines vom Krieg traumatisierten Volkes zieht, hebt er nicht die Gewalt und Zerstörung hervor, sondern die Regeneration und Solidarität und feiert letztlich das Leben. In seinem Zimmer nutzt Jean das mitgebrachte Werkzeug erstmals, um den Schrank zu flicken und die rostgefüllten Wasserleitungen zu reinigen. Während Ana versucht, ihn definitiv als Helfer für die anstehenden Reparaturen im Hotel zu gewinnen, klaut ihr stummer Junge Adam in seinem Engelskostüm den Haken aus Jeans Tasche, um sich als Pirat zu kostümieren. Allmählich führen sich der lebensmüde Jean und die kriegsversehrten Gastgeber gegenseitig ins Leben zurück.Die Filme von Léa Pool, die 1950 in Genf geboren wurde, sind meist bevölkert von eigenwilligen, schönen, starken, verwundeten, verträumten und realistischen Frauen. Für «Hôtel Silence» hat sie auf den Roman einer Frau zurückgegriffen, auf «Ör» (deutsch: Narben) der Isländerin Auður Ava Ólafsdóttir. Offensichtlich, weil der Roman viele Elemente von Pools eigener Familiengeschichte widerspiegelt: «In Hôtel Silence findet man auch die Welt meiner Filme wieder: Exil, Kindheit, Frauen, deren Leiden und Stärken, das prekäre Gleichgewicht, in dem sich die Figuren befinden, weit weg von ihren Bezugspunkten, die Notwendigkeit, die sie haben, sich zu bewegen und zu verwandeln. Der Übergang vom Einsamen zum Solidarischen, vom Individuellen zum Kollektiven spricht mich als Filmemacherin an und scheint mir heute mehr denn je aktuell. Während ein Krieg den nächsten jagt und Leid und Zerstörung verursacht, ist «Hôtel Silence» eine universelle Fabel über Mut, Brüderlichkeit und Resilienz. Und so gelingt es, über Jeans Schicksal, unsere gemeinsame Menschlichkeit aufzuzeigen.»mit AnaJean wird vom ersten Bild an fassbar, auch wenn der Grund für seine Lebenstrauer erst gegen Ende des Filmes aufscheint. In wenigen Interaktionen mit seinem Nachbarn in Kanada, beim abrupten Abgang mitten aus einer Chorprobe und im knappen Gespräch mit seiner beunruhigten Tochter Rose bekommen wir eine Vorstellung von der Person. Ähnlich bringt Pool uns auch Ana und Zoran im nie genauer verorteten bürgerkriegsversehrten Land nahe. Aus den Erzählungen und Hinweisen wird klar, dass die Traumata dieser Menschen aus den Balkankriegen sind. Bevor Ana ihm die Frauen vorstellt, mit denen sie nach Ende der Renovation in einem gemeinsamen Haus leben wird, warnt sie ihn, sie nicht nach den Vätern der Kinder und auch nicht nach dem Verbleib ihrer Männer zu fragen. Und als Jean Anas Annäherung mit dem Hinweis abblockt, sie könnte seine Tochter sein, kommt es zu einem wegweisenden Dialog. Ein paar kurze Auftritten der Kriegsreporterin Kristina (Irène Jacob) und ihre Begegnungen mit Jean im Hotel bringen neue Sichtweisen des Leidens im Krieg und des Leidens im Privatleben zutage.Das architektonisch einem Schiff nachempfundene Hotel hat die Regisseurin in Frankreich gefunden. Das Gebäude wird im Verlauf des Films zu einem fast gleichberechtigten Darsteller. Und dort kann Léa Pool auch kräftig und mehrdeutig mit Symbolen arbeiten: Das Hotel hat nicht nur Kellerräume, in denen Dinge aus der Vorkriegszeit gelagert sind, inklusive Postkarten, sondern auch ein prächtiges Kino, das allerdings zunächst mit Trümmern versperrt ist. Gegen Ende schaut Zoran mit Adam im neuen Kino den Film «The General» von Buster Keaton. Eine Szene, die auch als Hinweis auf die heilende Kraft des Kinos gelesen werden kann.

Nebelkinder

Corinne Kuenzli
CH 2017-2025, 100 Min., Doc,
Schweizerdeutsch

In Anwesenheit von Corinne Kuenzli
und der Protagonistin Sabine Mackintosh

Video

Töchter, Söhne, Mütter und Väter wollen das jahrzehntelange Schweigen und Verdrängen in ihren Familien durchbrechen. Sie suchen nach Akten, gehen in Archive, studieren Dokumente und durchstöbern Fotoalben. Dabei stossen sie auf mächtige Behörden, tief verankerteVorurteile, überforderte Familien und verzweifelte Kämpfe von Müttern um ihre Kinder. Im Laufe ihrer Suche beginnen sie die Ursachen und Auswirkungen der von Einsamkeit und Gewalt geprägten Jugend von Heim- und Verdingkindern zu verstehen. Schritt für Schritt entblättern sie ein gesellschaftliches System, das über Generationen hinweg Gewalt begünstigte – von staatlichen Institutionen bis in die eigenen Familien hinein. Auf dieser Reise kommen verdrängte Erinnerungen ans Licht, seelische Wunden werden freigelegt, Scham wird überwunden. Gemeinsam nehmen die Betroffenen und ihre Kinder ihre Geschichte in die Hand. Ihre emotionale Aufarbeitung verbindet die Generationen und öffnet den Weg in eine neue, hoffnungsvollere Gegenwart.Menschen, die schweigen. Menschen, die sich schwertun mit Worten. Menschen, die zögern beim Erzählen. – Es sind solche Szenen, die dafür sorgen, dass der Film «Nebelkinder» von Regisseurin Corinne Kuenzli lange im Kopf bleibt. Der Dokumentarfilm wird begleitet von einem Buch, das eine der vier Protagonistinnen des Films geschrieben hat. Film wie Buch beleuchten ein Thema, das lange im Verborgenen geblieben ist – nicht nur bei den Betroffenen: Das Schicksal der Verdingkinder.
Corinne Kuenzli habe zu Beginn «eine grosse Notwendigkeit verspürt, den Film zu machen». Doch: «Ich bin im Frühling 2014 naiv gestartet. Wenn ich gewusst hätte, wie lange und fordernd das sein wird, hätte ich wohl die Finger davon gelassen», sagt sie der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
«Nebelkinder» lebt von starken Emotionen: der Film zeigt die überforderten Elten und Ungeheuerlichkeiten, die zu ihrer Zeit als normal angesehen wurden. Trotz aller Schwere und der erlebten Härte ist bei den Betroffenen kaum Ärger auszumachen. «Ich habe es auch bedauert, dass nicht so viel Wut zum Ausdruck kommt», kommentiert Kuenzli. Vielleicht sei das ein Effekt der langen Arbeit am Film.
Als diese 2019 startete, war die Regisseurin bereits vier Jahre im Gespräch mit den Protagonistinnen und Protagonisten. «Als wir endlich richtig zu drehen begannen, war die Wut nicht mehr so präsent.» Trotzdem sei sie noch zu spüren, allerdings richte sie sich meist zunächst nicht gegen die Behörden oder die Politik, sondern gegen den Vater oder die Mutter. «Dies kann sich ändern, wenn die Leute erfahren, was dem Vater oder der Mutter geschehen ist», so Kuenzli.
Wenn ein Dokumentarfilm zu einem solch belastenden Thema gedreht wird, kann das eine Retraumatisierung auslösen. Kuenzli war sich dessen bewusst. Ihre Mittel dagegen: Genaue Planung, viele Gespräche, klare Regeln, regelmässige Pausen. Und die Hoffnung auf die Stärke und die Motivation der beteiligten Menschen. «Aber es blieb ein schmerzhafter Prozess.»
Als junge Frau habe sie, beeinflusst von feministischen Texten, gegenüber ihrer Mutter rundweg behauptet, dass es kein Problem sei, wenn sie als unverheiratete 15-Jährige ein Kind bekommen hätte. Es würde ja dann einfach mit am Tisch sitzen und in der Familie aufwachsen. Der Grossvater sei sichtlich geschockt gewesen, erzählt Kuenzli. Einige Wochen später habe er ihr erzählt, dass er selber unehelich geboren worden sei. Sein Stiefvater habe seiner Mutter den Kontakt zu ihm verboten. «Es war offensichtlich, wie sehr diese Umstände sein Leben bestimmt hatten und wie sehr er immer noch darunter litt», so Kuenzli.
«Ich glaube, das über sich selbst Erzählen ist das, woraus unsere Identität entsteht. Das Erzählen ist der Versuch, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und ihm einen Sinn zu geben», sagt die Regisseurin. «Deshalb hat mehr Boden unter den Füssen, wer seine Geschichte erzählen kann.»
Im Buch «Die Last der Vergangenheit. Wie ich mich auf die Suche nach der Familie begab» schreibt Sabine Mackintosh, eine der Betroffenen und Protagonistinnen im Film, eindringlich und nüchtern über einen Teufelskreis aus mütterlicher Ohnmacht, patriarchaler Gewalt und Armut. Mackintosh zeigt auch auf, dass dieser Teufelskreis über Generationen hinweg bestimmend bleibt. Es geht um die Mütter von «Nebelkindern», die den Vätern ihrer Kinder ausgeliefert waren und von den Fürsorgeämtern drangsaliert wurden.
Grundlage sind die Akten von Mackintosh‘ Mutter Evelyn, ihrer Grossmutter Olga und ihrer Urgrossmutter Elise. Damit ist «Die Last der Vergangenheit» ein persönliches Buch, das jedoch über die Einzelschicksale hinausweist. Es macht klar, wie schwer es den Betroffenen fiel, über das Erlebte zu reden – und, wie Mackintosh schreibt: Es nehme ihnen die Last der Vergangenheit, damit dergleichen nicht mehr geschehe.

Ernest & Célestine – Die Reise ins Land der Musik

Julien Chheng, Jean-Christophe Roger
FR/LU 2022, 80 Min.,
Deutsch, Zeichentrickfilm

Familienfilm ab 6 Jahren

Video

Maus Célestine weckt Bär Ernest aus seinem Winterschlaf. Da er Hunger bekommt und sich im Haus kaum noch Lebensmittel befinden, holt Célestine Ernests Geige vom Dachboden. Als sie ihm das Instrument überreichen will, fällt es herunter und bricht entzwei. Dem Vorschlag von Célestine, eine neue Geige zu kaufen, stimmt Ernest nicht zu, da es sich um ein wertvolles Stück aus seiner früheren Heimat Charabie handelt.
Daraufhin schlägt Célestine Ernest vor, dorthin zu reisen, aber er lehnt auch diesen Vorschlag ab, woraufhin sie am nächsten Tag alleine nach Charabie aufbricht und Ernest einen Zettel hinterlässt.
Ernest sucht nun Célestine und reist ebenfalls nach Charabie. Dort angekommen findet er seine Freundin wieder. Gemeinsam erkunden sie das fremde Land. Célestine fällt auf, dass es in Charabie keine Mäuse gibt und dass dort die Musik nur aus einem Ton besteht. Als Ernest mit seinem Bandondéon Musik macht, wird er umgehend verhaftet.
Im Gefängnis trifft er seine Mutter wieder, die als Zahnärztin arbeitet und ihn befreit. Beim Abendessen stellt Ernest Célestine seine Eltern und seine Schwester Mila vor. Außerdem erfährt Célestine, dass in Charabie die Söhne den Beruf der Eltern ergreifen müssen, was in Ernests Fall der Richterberuf ist. Von Mila erfahren die beiden, dass es in der Stadt einen ‘musikalischen Widerstand’ gibt.
In der Stadt entdecken die beiden den Anführer des ‘musikalischen Widerstands’ Mifasol, der eine Melodie singt, die als Geheimcode für eine Untergrundbar gilt. Als sie dort eintreten, merken sie, dass dort musiziert wird und sie erfahren auch, dass die beschlagnahmten Instrumente sich im Gefängnis befinden. Während der Anwesenheit von Célestine und Ernest gibt es eine Polizeirazzia und Mifasol wird verhaftet.
Ernest besucht daraufhin als Richter verkleidet und unter dem Vorwand, die Bausicherheit überprüfen zu wollen Mifasol in seiner Zelle. Dort kommt noch Ernests Vater hinzu und die beiden erkennen, dass sich unter Mifasols Maske Mila versteckt. Vor Rührung, dass sein Sohn nach der Sitte Charabies den Beruf des Vaters ergreifen möchte, lässt er von seinem Gesetz ab, das Musik verbietet und die Berufswahl reguliert.
Ernest und Célestine werden von den Bewohnern Charabies freudig mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen verabschiedet.

Samstag, 14. September

Nachbarn

Mano Khalil
CH 2021, 124 Min., Arabisch, Kurdisch, Hebräisch (deutsche Untertitel), FSK ab 12; f

In einem syrischen Grenzdorf in den frühen 1980er-Jahren erlebt der kleine Sero sein erstes Schuljahr. Er spielt freche Streiche mit seinen Kameraden, träumt von einem Fernseher, damit er endlich Cartoons schauen kann und muss gleichzeitig erleben, wie dieErwachsenen um ihn herum immer mehr von nationalistischer Willkür und Gewalt erdrückt werden. Ein neuer Lehrer ist angereist, um aus den kurdischen Kindern stramme panarabische Genossen zu machen. Er verbietet mit seinem Schlagstock die kurdische Sprache,befiehlt die Verehrung Assads und predigt Hass auf die Juden, die zionistischen Erzfeinde. Der Unterricht verwirrt Sero, denn seine langjährigen Nachbarn sind eine liebenswerte jüdische Familie.Mit feinem Gespür für Humor und Satire zeichnet der Regisseur Mano Khalil das Bild einer Kindheit, die unter der Assad-Diktatur auch leichte Momente findet. Der Film ist inspiriert von seinen persönlichen Kindheitserlebnissen und spannt die berührende Erzählung bis in die syrische Tragödie der Gegenwart.